Zahnbedingte und skelettale Fehlstellungen
Profidental – Klinik für Kieferorthopädie in Sopron, Ungarn
Dr. Szilvia Papp und Kolleg:innen
Kieferorthopädische Fehlstellungen sind nicht in allen Fällen gleich. Manchmal betrifft die Abweichung ausschließlich die Stellung der Zähne, in anderen Fällen liegt die Ursache in der Entwicklung oder der Lage der Kiefer zueinander. Häufig treten beide Faktoren gleichzeitig auf.
Zahnbedingte Fehlstellung
Bei einer zahnbedingten Fehlstellung sind Größe und Verhältnis von Ober- und Unterkiefer zueinander normal. Das Problem entsteht hauptsächlich durch die Stellung der Zähne. In diesem Fall können die Zähne eng stehen, verdreht sein, es können Lücken zwischen ihnen entstehen oder es liegt eine leichte Bissabweichung vor. Solche Fehlstellungen lassen sich in der Regel sehr gut mit einer festen Zahnspange oder transparenten Alignern behandeln.
Skelettale Fehlstellung
Bei einer skelettalen Fehlstellung weichen Größe, Form oder die Lage von Ober- und Unterkiefer voneinander bzw. vom Ideal ab. Dadurch kann der Unterkiefer zu weit vorne oder hinten liegen, der Oberkiefer zu schmal sein oder das Kieferwachstum verläuft nicht harmonisch. Solche Fehlstellungen beeinflussen nicht nur die Ästhetik des Lächelns, sondern auch den Biss und die Kaufunktion.
Kombinierte Fehlstellung
Bei einer kombinierten Fehlstellung liegen sowohl zahnbedingte als auch skelettale Ursachen vor. Beispielsweise kann ein schmaler Oberkiefer gleichzeitig mit einem Zahnengstand auftreten oder eine skelettale Bissanomalie wird teilweise durch die Zahnstellung kompensiert.
Die richtige Diagnose als Grundlage der Behandlung
Für eine erfolgreiche Behandlung ist eine präzise Diagnose unerlässlich. Der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie beurteilt anhand einer klinischen Untersuchung, digitaler Scans, Röntgenaufnahmen und bei Bedarf weiterer bildgebender Verfahren, ob die Fehlstellung hauptsächlich die Zähne, die Kiefer oder beide betrifft. Auf dieser Grundlage wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, der Alter, Wachstumspotenzial sowie die gewünschten funktionellen und ästhetischen Ergebnisse berücksichtigt.
Vorstehende Zähne
Vorstehende Zähne stellen nicht nur ein ästhetisches Problem dar. Stark nach vorne stehende obere Schneidezähne erhöhen das Verletzungsrisiko, können die Aussprache beeinflussen und erschweren den vollständigen Lippenschluss.
Mögliche Ursachen
- erblich bedingte Kieferfehlstellung
- langanhaltendes Daumenlutschen oder Schnullergebrauch
- Zungenpressen bzw. Zungenfehlfunktion beim Schlucken (Zungenstoß)
- Mundatmung
- Zahnfehlstellungen
Engstehende Zähne
Engstand gehört zu den häufigsten kieferorthopädischen Fehlstellungen. Dabei steht im Kiefer nicht genügend Platz für alle Zähne zur Verfügung, sodass sie sich überlagern, drehen oder an einer falschen Position durchbrechen.
Warum entsteht ein Engstand?
- erblich bedingt kleiner Kiefer oder größere Zähne
- vorzeitiger Verlust von Milchzähnen
- Entwicklungsstörungen
Warum sollte er behandelt werden?
Engstehende Zähne lassen sich schlechter reinigen. Dadurch steigt das Risiko für Karies und Zahnfleischerkrankungen. Außerdem kann ein fehlerhafter Biss das Kiefergelenk zusätzlich belasten.
Tiefbiss
Normalerweise bedecken die oberen Schneidezähne etwa ein Drittel der unteren Schneidezähne. Bei einem Tiefbiss ist diese Überdeckung deutlich größer.
Mögliche Folgen
- verstärkte Zahnabnutzung
- Verletzungen des Zahnfleisches
- Kauprobleme
- Beschwerden im Kiefergelenk
Kreuzbiss
Bei einem Kreuzbiss beißen ein oder mehrere obere Zähne innerhalb der unteren Zahnreihe. Dies kann sowohl die Frontzähne als auch die Seitenzähne betreffen.
Frontaler Kreuzbiss
Beim frontalen Kreuzbiss stehen ein oder mehrere obere Schneidezähne hinter den unteren Schneidezähnen.
Warum sollte es früh behandelt werden?
- kann zu übermäßiger Zahnabnutzung führen
- kann das normale Kieferwachstum beeinträchtigen
- kann Kiefergelenksbeschwerden verursachen
Seitlicher Kreuzbiss
Beim seitlichen Kreuzbiss schließen die Seitenzähne in einer umgekehrten Position.
Mögliche Folgen
- einseitiges Kauen
- asymmetrisches Gesichtswachstum im Kindesalter
- Kiefergelenksbeschwerden
Offener Biss
Bei einem offenen Biss bleibt auch bei geschlossenem Gebiss ein Spalt zwischen den oberen und unteren Zähnen bestehen.
Mögliche Ursachen
- Daumenlutschen
- Schnullergebrauch
- Zungenstoß beim Schlucken
- Mundatmung
- erbliche Faktoren
Mögliche Folgen
- erschwertes Abbeißen
- Sprachstörungen
- Kauprobleme
- verstärkte Zahnabnutzung in bestimmten Bereichen
Zahnlücken
Von einem lückenhaften Gebiss spricht man, wenn die Abstände zwischen den Zähnen größer als normal sind.
Mögliche Ursachen
- erblich bedingte Zahngröße
- fehlende Zähne
- Entwicklungsstörungen
- abnormales Lippen- oder Zungenbändchen
Warum behandeln?
Zahnlücken können die Ästhetik beeinträchtigen und sich negativ auf Sprache sowie Bissfunktion auswirken.
Umgekehrter Biss (Unterbiss)
Bei einem Unterbiss stehen der Unterkiefer oder die unteren Schneidezähne vor den oberen.
Mögliche Ursachen
- erblich bedingte Kieferfehlstellung
- zu kleiner Oberkiefer
- zu großer Unterkiefer
- kombinierte Wachstumsstörung
Retinierte Zähne
Von einem retinierten Zahn spricht man, wenn ein bleibender Zahn aufgrund eines Hindernisses nicht regelgerecht durchbrechen kann.
Am häufigsten sind Eckzähne und Weisheitszähne betroffen, grundsätzlich kann jedoch jeder bleibende Zahn retiniert sein.
Mögliche Ursachen
- Platzmangel
- Fehlposition der Zahnanlage
- überzählige Zähne
- Zysten oder andere Durchbruchshindernisse
Schmaler Oberkiefer
Ein zu schmal entwickelter Oberkiefer führt häufig zu Kreuzbiss, Zahnengstand und Atemproblemen.
Typische Anzeichen
- schmales Lächeln
- engstehende Zähne
- seitlicher Kreuzbiss
- Mundatmung
- in manchen Fällen Schnarchen
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